Über Dauerstress

Was genau ist "Dauerstress"?
Wie unterscheidet er sich vom "normalen" Stress?

Obgleich Stress heutzutage in Wirtschaft und Gesellschaft akzeptiert ist und seine Symptome mit entsprechenden Maßnahmen wie Achtsamkeit, Meditation oder Atemübungen behandelt werden, wissen viele nicht genau, wofür er da ist, wie er entsteht und wann er sich in den „teuren“ Dauerstress verwandelt. Dieses FAQ soll Klarheit schaffen.

01.

Was ist eigentlich Stress?

„Stress ist ein andauernder unangenehmer Spannungszustand, der zu Beeinträchtigungen des psychischen Befindens und der Gesundheit führt.“

Prof. Siegfried Greif, Uni Osnabrück

02.

Wie entsteht Stress?

Stress entsteht, wenn eine Situation als bedrohlich wahrgenommen wird und der Körper sich zur Abwehr dieser Bedrohung auf Kampf oder Flucht vorbereitet, indem er Adrenalin und Cortisol ausschüttet und dadurch die Muskeln aufwärmt (Schwitzen), die Herzfrequenz erhöht (Unruhe), Blut aus der Haut abzieht (kalte Füße und Hände), die Haare aufstellt, um größer zu wirken (Gänsehaut), und Sauerstoff aus dem Gehirn in die Muskeln verlagert (Unkonzentriertheit). 

All dies geschieht automatisch und unbewusst in Millisekunden und wurde vor Tausenden von Jahren von der Natur eingerichtet, um das Überleben der Spezies Mensch zu sichern.

03.

Wie bewältigt man Stress?

Der Stress ist dann vorbei, wenn die erhöhten Niveaus von Adrenalin und Cortisol durch körperliche Betätigung wie ‚klassisch‘ Kampf und Flucht und heute Sport abgebaut sind.

Stress kann zudem durch Distanzierung und Entlastung reduziert werden, z.B. durch Verlassen des Raumes, Zeit fürs Pendeln, (zu hoher) Alkoholgenuss oder (zu viel) Essen von Süßigkeiten, wobei nicht alle Aktivitäten gleich gesund sind.

Weitere Arten der Distanzierung und Entlastung finden sich in vielen Programmen des betrieblichen Gesundheitsmanagement BGM zu Themen wie Meditation, Achtsamkeit, Atemübungen, Body Scans, Muskelentspannung u.v.m.

04.

Was unterscheidet Dauerstress von Stress, Burnout und Depression?

05.

Wann wird Stress zum Problem?

Stress wird dann zum Problem, wenn die Niveaus von Adrenalin und Cortisol immer auf dem hohen Kampf-oder-Flucht-Niveau bleiben. Dann schaltet der Körper in den  permanenten Notbetrieb des Dauerstresses. 

In diesem Notbetrieb schaltet der Körper alles ab, was nicht zum Überleben nötig ist. Daher gehen die kognitiven Fähigkeiten substanziell zurück und man trifft z.B. schlechtere Entscheidungen, macht mehr Fehler und ist gereizter. Die eigene Leistungsfähigkeit geht zurück, so dass Dauerstress schon vor dem  Burnout ein großes Leistungsproblem darstellt. 

06.

Wie helfen Maßnahmen des BGM?

Die Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements BGM sind häufig auf den Umgang mit kurzfristigem Stress ausgerichtet. Da können Achtsamkeit, Atemtechniken und Meditation gute Erfolge zeigen. 

Wenn jemand sich dauerhaft gestresst fühlt, können diese Programme oft nichts mehr tun oder sogar noch mehr Stress erzeugen, weil sie vom Betroffenen Zeit und entspanntes Sein erfordern, zu dem sie nicht mehr fähig sind. 

07.

Warum sind Dauergestresste hilflos?

Neben den eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten können Dauergestresste aufgrund der erhöhten Adrenalin- und Cortisol-Niveaus sich selbst, ihre Situation und ihre Bedürfnisse und Gefühle nicht wahrnehmen und keine Auswege aus ihrer Situation entwickeln. Sie stecken im Dauerstress fest bzw. bewegen sich auf den Burnout zu.

Der Ausweg besteht darin, dass Angehörige, Freunde, Vorgesetzte, Personaler oder Kollegen ihnen eine Hand reichen und ihnen spiegeln, dass sie ein Problem haben und dass sie professionelle Hilfe z.B. durch einen Coach benötigen, bevor der Dauerstress zum Burnout wird.

Haben Sie noch weitere Fragen zum Thema Stress? Dann kontaktieren Sie mich gerne!