Sie erinnern sich? In meinen „8 Tipps für Führungskräfte, die zu wenig Zeit haben“ hatte ich Ihnen diese Fragen gestellt:

Sind Sie Führungskraft und …
… gestresst,
weil Sie Ihre Partnerin und Familie vernachlässigen?
… frustriert, da Sie mehr Überstunden leisten, als Sie wollen (oder sollen)?
… enttäuscht, weil Sie zu wenig von dem tun, was Ihnen Spaß macht?
… haben einfach zu wenig Zeit?

Wenn ich selbst diese Fragen anschaue, kann ich problemlos alle vier mit „Ja!“ beantworten:

  • Als Ehemann und Vater lief ich Gefahr, meine Partnerin und meine Kinder wegen des Jobs zu vernachlässigen: Ich in den 29 Jahren, die ich glücklich verheiratet bin (Danke, Nicole!), habe ich gelernt, wie wichtig es für eine moderne Partnerschaft auf Augenhöhe ist, meine Partnerin durch aktives Tun zu unterstützen und entlasten. Als Vater von zwei nun erwachsenen Kindern habe ich es geschafft, an allen wichtigen Ereignissen (Geburtstage, Einschulungen, Reitturniere, Gutenachtgeschichten…) dabei zu sein. Und ja, der eine Geburtstag, den ich versäumt habe, weil ich dem Job den Vorrang gab, erzeugt immer noch schlechte Gefühle in mir.
  • Bevor wir Kinder hatten, schien der Tag unbegrenzt und die zusätzliche Überstunde spielte keine Rolle. Ich lernte, dass es mehr als den Job gibt und meine körperliche und seelische Gesundheit wichtig ist. Nun sind die Kinder aus dem Haus und ich fülle meinen Kalender nicht automatisch mit Geschäftsterminen, sondern schaffe von vornherein Freiräume für mich.
  • Auch bei mir nahmen die Aufgaben und Chancen in der Mischung meiner Aufgaben als Fachexperte und Führungskraft laufend zu. Am Ende des Tages hatte ich oft das Gefühl, nichts wirklich richtig gemacht und für meine Leidenschaften zu wenig Zeit zu haben. Ich war enttäuscht! Ich lernte, mir durch priorisieren, fokussieren und delegieren den Tag so zu gestalten, dass ich viel Zeit für das hatte, was mir Spaß bereitet.
  • Und ja, auch ich habe mir häufig gerade zu Beginn meiner Karriere gewünscht, dass der Tag mehr als 24 Stunden hat. Dieser Wunsch war natürlich schon immer illusorisch, doch hat es etwas gedauert, bis ich akzeptierte, dass die 24 Stunden fix sind und ich dennoch etwas tun kann, damit ich die Kontrolle über meine 24 Stunden erlange.

Rückblickend kann ich erfreut feststellen, dass es mir gelungen ist, durch intensives Lernen und Ändern meines Verhaltens meine Zeit so zu organisieren, dass es mir gut geht und ich meine Ziele erreiche.